Metaloge Berlin GbR


Der Begriff Metaloge

Unsere Arbeit steht unter dem Begriff Metaloge. In diesem Begriff sind zwei Elemente enthalten: Meta und Logos. Beide Elemente entstammen der griechischen Sprache. Meta bedeutet u.a. mittels, herum, hinter, über und anders. Es ist zum Beispiel in Worten, wie: Metamorphose, Metapher, Metaphysik, Metakommunikation oder Metaperspektive enthalten und bezeichnet Prozesse des Übergangs oder des Abstandnehmens. Logos ist ein Wort, das einen großen Bedeutungshof aufweist. Es steht nicht allein für Sprache und Sprachvermögen; es bezeichnet zudem das Sammeln, Ordnen, Aufzählen, Rechnen, Auflesen und Herauslesen sowie überhaupt Aktivitäten des menschlichen Geistes. Auch bestimmte Denkvorgänge werden durch Ableitungen dieses Wort ausgedrückt, wie zum Beispiel Logik, Logistik, Logopädie, Logarithmus, Logo bis hin zum Produktnamen Lego sowie den zahlreichen Logien wie der Biologie, der Geologie, der Psychologie, der Soziologie usw.

Unseres Wissens kann man den sehr perspektivenbewußten englischen Anthropologen, Epistemologen, Verhaltens- und Kommunikationswissenschaftler Gregory Bateson als Neuschöpfer dieses Begriffs bezeichnen. Er verwendete für die Darstellung seiner Ideen eine bestimmte Form von Metalogen. Bateson beschreibt diesen Begriff folgendermaßen: „Ein Metalog ist ein Gespräch über ein problematisches Thema. In diesem Gespräch sollten die Teilnehmer nicht nur das Problem diskutieren, sondern die Struktur des Gesprächs als ganzes sollte für eben dieses Thema relevant sein.“

Bateson hat den Begriff „Metaloge" für seine Absichten geprägt; er hat ihn jedoch nicht eigentlich erfunden. Bereits dem mittelalterlichen Denker Johannes von Salisbury diente Metalogicus als Titel für sein Hauptwerk, das 1159 erschienen ist. In diesem Werk verteidigt er die antike Logik, indem er ihren praktischen Nutzen hervorhebt. Andere Denker, wie u.a. Schopenhauer, Hartmann, Erdmann oder Rickert, haben unter dem Begriff „Metalogik“ etwas Drittes verstanden, das sich jenseits oder zwischen Logik und Psychologik befindet.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich jedes Thema oder Problem, das eingebracht wird, als aufschlußreiche Gemengelage zeigt. Man kann dieser Gemengelage anders nahekommen (auch im Sinne einer Lösung), wenn man sie nicht nur inhaltlich oder formal angeht oder gar unter dem (scheuklappenbildenden) Blick einer bestimmten Methode. Stattdessen führt die Ausrichtung - Was glauben Sie, wie viele Seiten hat Ihr Thema oder Problem und welche Voraussetzungen sind in ihm enthalten? - weiter, auch wenn sie zunächst die Komplexität zu vergrößern scheint.

Der Mensch - ein Metawesen

Der Mensch klassifiziert seine eigene Spezies und damit sich selbst als homo sapiens sapiens. Das Adjektiv sapiens leitet sich aus dem lateinischen Wort sapientia her, das sowohl Wissen als auch Weisheit bedeuten kann. Das Verb sapere führt zudem die Bedeutung von „schmecken“ bzw. „etwas herausschmecken können“. Man könnte diesen Terminus also folgendermaßen umschreiben: Der Mensch erscheint als das um seine Weisheit wissende Wesen; er beschreibt sich nicht nur einfach als wissend oder als weise, sondern als ein Wesen, dessen vornehmliches Kennzeichen es ist (zumindest ab einem gewissen Alter bzw. einer gewissen Erfahrung), um seine eigene Weisheit zu wissen.

Folgt man dieser Beschreibung, verfügt der Mensch nicht bloß über Bewußtheit als solche, sondern über einen, ihn von allen anderen Arten unterscheidenden Grad an Selbstbewußtheit. Er wird dadurch für sich selbst zu einem relationalen, systemischen Wesen, das sich selbst geistig gegenübertreten, das sich selbst zu einem Partner oder gar Freund wie auch zum Gegner oder gar zum Feind werden kann. Der Mensch wäre demzufolge als das Meta-Wesen beschreibbar, das über, neben, hinter oder unter sich stehen kann, das überdies mit einem spezifischen Vermögen oder Wissen ‚begabt’ sein soll: eben der Weisheit.

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